Grundwissen SPS-Technik
SPS steht für Speicherprogrammierbare Steuerung (engl. Programmable Logic Controller PLC).Mit der Betonung der Programmierbarkeit und der Ablage eines Programms in einem (Programm-)Speicher werden die Hauptmerkmale der Technik bereits im Namen festgeschrieben: Die Steuerungen selbst sind flexibel und universell für die verschiedensten Aufgaben einzusetzen, die aktuelle Funktion selbst wird mit einem Programm festgelegt. Der Part „Steuerung“ im Namen besagt nicht, dass diese Technik keine Regelungsaufgaben übernehmen kann.
 
SPS ist die dominierende Automatisierungstechnik für breiteste Aufgaben außerhalb der speziellen CNC- und Roboterwelt, wobei die Grenzen zunehmend fließend sind.
 
Die erste Speicherprogrammierbare Steuerung wurde 1970 in Chicago für eine Werkzeugmaschinevorgestellt. 1973 erschienen erste Applikationen in
Deutschland. Im Zeitraum 1975 bis 1985, spätestens bis 1990 vollzog sich der grundsätzliche Übergang von den verbindungsprogrammierten Steuerungen (VPS) mit Relais und Schützen und danach auch von fest verdrahteter Logik hin zu den speicherprogrammierten Steuerungen. 1983 erschien mit DIN 19239 „SPSProgrammierung“ die erste Norm zu speziellen Problemen der SPS, 1993 wurde diese Norm durch IEC 61131-3 ersetzt. Die Vorteile der SPS-Technik wie Flexibilität, geringerer Platzbedarf, höhere Zuverlässigkeit, geringere Kosten, Möglichkeit der
Vernetzung mit anderen Systemen, Möglichkeiten für Fehlerdiagnose und Fernwartung der Programme und hauptsächlich der schnelle Funktionswechsel durch Programmänderung setzten sich durch. Verbindungsprogrammierte Steuerungen müssen bei jeder Änderung im Steuerungsablauf hardwareseitig umgebaut werden, was heute nicht mehr konkurrenzfähig ist. Auf der Aktorenseite sind bei der Anschaltung von
Schützen Restfelder verdrahteter Steuerungen zumeist im Rahmen von Hilfskontakt-Schützen erhalten geblieben. Weiter gibt es sicherheitsrelevante Fälle, welche Festverdrahtung verlangen und bei denen es sogar verboten ist, sie per Standard- SPS zu steuern. Für solche Zwecke können heute allerdings spezielle fehlersichere SPS verwendet werden.
 
Das bekannteste und weitverbreiteste SPS-System ist Simatic S7 der Siemens AG mit den Baureihen S7-200 mit der Software Step7MicroWin und S7-300 sowie S7-400 mit Software Step7. Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Hersteller. Die Systeme sind zueinander nicht kompatibel! Kompatibilität entsteht, wenn sich Hersteller bei der Entwicklung von Programmiersystemen hardwareunabhängig an die Norm IEC 61131-3
halten. Mit derartigen Systemen entstehen Programme, die auf verschiedensten Hardware-Plattformen laufen ( z.B. CoDeSys Automation Alliance).
 
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